Numa Celio: Erinnerungen an einen Hockeypionier

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08.11
Er war einer der hystorischen Pfeiler des Hockey Club Ambrì Piotta, von dem er ein hervorragender Spieler, Assistenz-Trainer, Trainer, Mitglied der Vereinsleitung und über mehrere Jahre Präsident war. Numa Celio lebte das Eishockey mit Leidenschaft, er liebte sein Dorf und die Leventina floss durch seine Adern.

Lest hier seine Erzählung:

"Ich erinnere mich an meine Kindheit, als wir damals auf der Kantonalstrasse spielten, die Gefühle die ich hatte, während ich diese neue Sportart entdeckte. Die erste Mannschaft debüttierte auf einem Teil des Fussballfeldes, der vom Schnee befreit worden war. Dort steht heute der Parkplatz der Valascia.

Es war die Zeit rund um Weihnachten von 1937 und ich betrachte voller Bewunderung all die jungen Männer - wie Gino Gobbi, Neno Guscetti, Franco Croce, Sergio Beffa, Renzo Peverelli und René Juri - wie sie trainierten, nachdem sie zuvor mit einer Feuerlöschpumpe das Eisfeld vorbereitet hatten. Damals waren wir alle Pioniere: jeder konnte irgendwie mithelfen, manchmal sogar indem er das Eisfeld mit dem Besen reinigte.

Für mich verkörperte Ambrì die Freude, sich mit Freunden in einer Gruppe zu treffen. Uns verband die Leidenschaft für das Spiel, die uns sogar auf dem Schnee zu spielen antrieb, wenn es kein Eis hatte. Heute erinnere ich mich mit Stolz an diese Zeit, habe ich doch auf meine eigene Art und Weise zur Geburt des Eishockeyfeldes und später zur Umwandlung in ein moderneres Eishockeystadion, zum Bau der Buvette und der Tribünen, beigetragen.

Das Eishockey war für unser Dorf eine Motor für die soziale wirtschaftliche Entwicklung. Das war insbesondere von den Fünfzigerjahren bis in die Siebzigerjahre der Fall, als die Leute anfingen aus allen Ecken des Kantons nach Ambrì zu kommen, um die Spiele zu verfolgen. Darunter waren viele Familien, die nach dem Spiel in den Bars und Restaurants einkehrten, und sie taten dies nicht nur im Dorf sondern im ganzen Tal, bis hinunter nach Biasca und Bellinzona. Ein Grund dafür war auch die Tatsache, dass damals, im Gegensatz zu heute, fast alle die Spieler in der Umgebung lebten und es darum ein Leichtes war, sie nach den Spielen in den Bars und Restaurants anzutreffen.

Rein spielerisch gesehen, verspüre ich noch heute eine gewisse Erregung, wenn ich mich daran erinnere, dass ich die Gelegenheit hatte, mit dem grossartigsten ausländischen Spieler aller Zeiten zusammen zu spielen, der jemals das Trikot von Ambrì trug: während insgesamt fünf aufeinanderfolgenden Saisons, verzauberte der Kanadier Bob Kelly, ab
1953 mit seiner Klasse und seiner ausserordentlichen Persönlichkeit nicht nur die Tessiner-Fans, sondern auch alle Bühnen der Schweiz. Bob Kelly ist der erste Mythos in der Geschichte des Hockey Clubs Ambrì-Piotta, nicht nur vom Publikum verfolgt, das die Mannschaft liebte, sondern auch jemanden zum zujubeln wollte.

Es scheint mir, als ob diese Seite in den letzten Jahren verloren gegangen ist. Einerseits wurde das Publikum von der immer grösseren Zahl an ausländischen Spieler ein wenig "verwöhnt". Andererseits ragen diese Spieler weniger aus dem Kollektiv heraus. Ich sehe das als gutes Zeichen, denn dies beweist die positive Entwicklung unseres Hockeys und unserer Talente. Das Publikum reagiert darauf oft aber negativ, da es ihnen schwerfällt, sich zu begeistern und sich mit ausländischen Spitzwnspielern zu identifizieren.

Die Fans sind die Lebensader des Clubs, aber sie sind auch viel anspruchsvoller geworden. Als Ambrì damals in der Nationalliga B spielte, kamen immer mindestens viertausend Zuschauer ins Stadion, während heute ein paar misslungene Spielen genügen, um die Zahl der Fans auf zweitausend zurückgehen zu lassen. Das Geld trägt mit Sicherheit seinen Teil dazu bei, die finanzielle Seite dominiert über allem, und bevorteilt die grossen Clubs wie den ZSC, den SCB und Lugano. Doch gerade dieser Umstand, lässt die Herausforderungen, die Ambrì tag täglich meister umso sympathischer und einzigartiger erscheinen. Ein kleiner David, dem es in der heutigen Zeit immer noch gelingt, mit allen mitzuhalten."

Numa Celio
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